Nachhaltigkeitstipp des Monats

Nachhaltig leben in unserer Region

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

spätestens seit „Fridays for Future“ bzw. seit Ausbruch von Corona kann niemand mehr die Augen davor verschließen, dass das menschliche Leben auf diesem Planeten nachhaltiger werden muss. Umweltschutz ist nicht nur Thema der Politik, sondern fordert das Mitwirken jedes Einzelnen. Die Verantwortung darf nicht einfach abgegeben werden, sondern muss gleichmäßig auf den Schultern der gesamten Gesellschaft verteilt werden. Wir müssen alle bei unserem eigenen Handeln wieder ein Gespür dafür finden, verantwortungsvoll mit unserer Natur und ihren Ressourcen umzugehen. Es gibt viele Möglichkeiten den eigenen Alltag umsichtiger und weniger verschwenderisch zu gestalten. Aus diesem Grund zeigen wir Ihnen hier und in der aktuellen Ausgabe des RVB-Kalender einige Möglichkeiten, wie man in verschiedenen Lebensbereichen den eigenen Alltag nachhaltiger gestalten kann.   

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.

Ihre RVB

Juni - Renaturierte Moorlandschaft

Durch Kompensation und Kohärenz neue Lebensräume schaffen

Ökologischer Ausgleich hat das Ziel, die spezifische Vielfalt der Lebensräume und Arten zu erhalten. Deshalb muss er sich direkt auf Elemente von Naturräumen und vor allem auch Schutzgebieten beziehen, die durch einen Eingriff, etwa eine Baumaßnahme, beeinträchtigt werden. Welche konkreten Formen und in welchen Umfang dieser Ausgleich haben muss, ist in europäischen und nationalen Naturschutz-Gesetzen festgeschrieben. Dazu gehören europäische Richtlinien, wie beispielsweise die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie sowie auf nationaler Ebene das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Beispielhaftes Projekt: Kompensationsflächen im Wittmunder Wald

Für den Bau des JadeWeserPort musste die Stadt Wilhelmshaven als Ausgleich im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen Kompensationsmaßnahmen nach dem Bundesnaturschutzgesetz durchführen. Diese vorgeschriebenen Kompensationsmaßnahmen müssen in räumlicher Nähe zu der von der Baumaßnahme betroffenen Fläche liegen und dort Ausgleich für die durch den Bau verlorene Natur schaffen. Mit diesem Ziel wurden die sich im Wittmunder Wald befindlichen Waldmoore Hohehahn ausgewählt.

Die Wittmunder Waldfläche umfasst ein Areal von ca. 700 Hektar. Davon sollen insgesamt 200 ha renaturiert werden. Bisher wurden bereits 160 ha bearbeitet. In Hohehahn werden somit statt den vorherrschenden Nadelholzforsten wieder naturnahe Laubwälder sowie ein kleinflächiges Mosaik von Waldmooren und Heideflächen entstehen.

Ziel dieser Renaturierung ist es, Feuchtwälder und -gebüsche aus einheimischen, standortgerechten Baum- und Straucharten verbunden mit Waldmooren und Seggenflächen entstehen zu lassen. So wurde beispielsweise auf 30 ha der Grundwasserspiegel um rund einen Meter angehoben, was zur Folge hatte, dass sich die ursprünglich vorhandenen Moore wieder entwickeln konnten. Davon profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch der Mensch. Dadurch, dass das Wasser auf der gesamten Fläche zurückgehalten wird, gelangt es nicht in die Vorflut und kann langsam im Waldboden versickern. Es leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Grundwasserneubildung und hilft mit, die Trinkwasserversorgung kommender Generationen sicherzustellen.

Die Entwicklung aller Maßnahmen, ob Kompensation oder Kohärenzsicherung, wird mit Hilfe von Monitoring-Programmen fortlaufend dokumentiert, um die Einhaltung der Naturschutzziele zu überwachen. Das Beispiel der Kompensationsmaßnahme „Waldmoore Hohehahn“ soll zeigen, dass die Natur von solchen Maßnahmen nachhaltig profitieren kann.

Mai - Alternative Verkehrsmittel
Alternative Verkehrsmittel Mai

Nachhaltige Mobilität: Mit diesen Tipps können Sie einen eigenen Beitrag leisten.

Der Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Ein Großteil der Emissionen stammt aus dem Straßenverkehr. Dort belasten uns neben Kohlendioxid, Feinstaub und Stickoxiden auch bodennahes Ozon, Lärm und der Flächenverbrauch für Straßen und Parkplätze. Komplett emissionsfrei zu leben, ist vermutlich unmöglich, jedoch sollte es hierbei unser Ziel sein, irgendwann nur noch so viele Emissionen zu produzieren, wie unser Planet verkraften kann. Das sollte für uns Grund genug sein, direkt selbst damit zu beginnen.

Fahrradfahren ist oftmals am schnellsten

Das Auto ist das meistgenutzte Verkehrsmittel der Deutschen – auch auf Kurzstrecken. Selbst in Großstädten sind 40 bis 50 Prozent der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. Dabei ist das Fahrrad im Stadtverkehr das schnellste Verkehrsmittel. Zudem wird hier durch häufiges Anfahren in innerstädtischen Ampelphasen und Staus besonders viel Sprit verbraucht. Setzen Sie sich für Kurzstrecken, egal in welcher Region Sie leben, aufs Fahrrad! Das schont die Umwelt, spart nicht nur Geld und Zeit, sondern Sie tun auch etwas für Ihre eigene Fitness.

Kurze Wege zu Fuß

Gehen Sie, wann immer möglich zu Fuß zum Supermarkt oder zum Bäcker. Mit einem Spaziergang an der frischen Luft schonen Sie die Umwelt. Außerdem fördern Sie so Ihre Gesundheit: Ein Mensch muss rund 2000 Kilokalorien pro Woche in Bewegung umsetzen, damit das Herz-Kreislaufsystem gesund bleibt. Das entspricht in etwa einer halben Stunde gehen jeden Tag.

Nutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr

Für längere Wege nutzen Sie am besten Linienbus, S-Bahn oder U-Bahn. Gerechnet auf Gramm pro Personenkilometer verursachen öffentliche Verkehrsmittel etwa halb so viel CO2 wie ein PKW.

Oft ist der öffentliche Nahverkehr zudem die günstigere Wahl, wenn alle Kosten für ein Auto wie Versicherung und Wartung eingerechnet sind. Darüber hinaus können Sie die Fahrzeit zum Arbeiten oder Entspannen nutzen.

Carsharing und Co.

Wer keine direkte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat, für den bieten Park & Ride-Systeme, Fahrgemeinschaften in der Nachbarschaft, Carsharing und Mitfahrplattformen eine Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto. Wenn Sie ein Taxi brauchen, bevorzugen Sie bestenfalls Öko- und Sammeltaxis. Ökotaxis stoßen weniger Schadstoffe aus, weil sie mit Erdgas, Autogas oder Hybrid-Technik fahren.

April - Nachhaltige Landwirtschaft - Konsum von tierischen Produkten

Nachhaltige Landwirtschaft - Konsum von tierischen Produkten

Nachhaltigkeit ist das große Ziel und unsere Herausforderung im 21. Jahrhundert. Der Begriff ist in aller Munde, nur wird nicht immer ganz deutlich, was sich genau dahinter verbirgt. Klar ist, dass eine nachhaltige Gesellschaft alle Bereiche so organisieren muss, dass sie auch in Zukunft noch tragfähig ist. Mit Blick auf die Landwirtschaft bedeutet das zunächst alle Verarbeitungsschritte auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen. Konkret bedeutet nachhaltige Landwirtschaft ein Wirtschaften im Einklang mit Menschen und Umwelt, das Ressourcen schont und das Klima schützt. Nachhaltige Landwirtschaft ist lebendige Vielfalt von Saatgut, Tierwelt und bäuerlichen Betrieben, mit der sich Menschen heute und morgen sicher und gesund ernähren können. Gut, dass auch immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aus unserer Region den Weg der konsequenten Nachhaltigkeit eingeschlagen haben und es immer mehr werden.

Aufgrund dieser großen Herausforderung haben wir für Sie in dem Zusammenhang auf den Kalenderblättern „Februar“ und „April“ die Themenbereiche artgerechte Tierhaltung und der damit korrespondierenden Debatte um das Tierwohl sowie dem verantwortungsvollen Konsum von tierischen Produkten näher beleuchtet.

Bewusst und verantwortungsvoll tierische Produkte konsumieren – viele Verbraucher möchten dies inzwischen tun.

Wir zeigen Ihnen an einigen Beispielen, was man tun kann, um Fleisch, Eier und Milch zu finden, deren Standards über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegen.

Was kann jede und jeder Einzelne für mehr Tierwohl tun?

Mit unseren Einkaufsroutinen entscheiden wir täglich über das Tierwohl von Nutztieren. Achten Sie z. B. beim Kauf von frischen Eiern auf den Stempel, den jedes Ei trägt. Die erste Ziffer in diesem Stempel gibt an, aus welcher Haltungsform das Ei stammt. Kaufen Sie bestenfalls Eier, deren Stempel mit 0 anfängt. Diese Bio-Eier stammen aus ökologischer Landwirtschaft.

Essen Sie weniger Fleisch und achten sie darauf, dass das Fleisch aus ökologischer Landwirtschaft stammt. Oder entscheiden Sie sich für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil.

Sagen Sie "Nein" zu Pelz. Kaufen und tragen Sie keine Kleidungsstücke oder Accessoires mit Pelzbesatz. Auch hinter einem kleinen Besatz verbirgt sich massives Tierleid und mindestens ein getötetes Tier.

Auf staatliche Ebene: Initiative für mehr Tierwohl

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, für mehr Tierwohl tiefer in die Tasche zu greifen. Dies ist ein Ergebnis des BMEL-Ernährungsreports 2019.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im Januar 2019 die Initiative „Eine Frage der Haltung. Neue Wege für mehr Tierwohl“ vorgestellt. Diese Initiative vergibt das Tierwohlkennzeichen. Dessen Kriterien liegen jedoch nur knapp über den gesetzlichen Mindestanforderungen und unter denen des EU-Bio-Siegels.

 

Bereits vorhandene Siegel für mehr Tierwohl

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich aber auch an bereits etablierten Siegeln orientieren, die weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen im Bereich Tierwohl und ökologischer Landwirtschaft hinausgehen:

- Das sechseckige Bio-Siegel ist eine staatliche Kennzeichnung für ökologisch erzeugte Produkte, die den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung gerecht werden.

- Das EU-Label Ökologischer Landbau, kurz EU-Bio-Siegel, kennzeichnet Lebensmittel, die nach den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung angebaut worden sind.

- Das Siegel Bioland steht für Lebensmittel aus ökologischem Landbau. Neben strengen Verbandsrichtlinien für den Pflanzenbau und die Tierhaltung ist auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe geregelt.

- Das Siegel Demeter zeichnet Lebensmittel aus, die dem ökologischen Landbau entsprechen.

- Naturland steht für Lebensmittel aus ökologischem Landbau, inklusive Fische aus Aquakulturen.

- Das Siegel Biopark kennzeichnet Lebensmittel aus ökologischem Landbau. „Qualität statt Quantität“ heißt der oberste Grundsatz des Verbandes.

März - Unverpackte Waren

Fünf Tipps: Verpackungsfreies Einkaufen in unserer Region

Unverpackt-Läden ermöglichen es uns durch Abfüllstationen, trockene und flüssige Lebensmittel verpackungsfrei einzukaufen. Doch nicht jeder hat einen Unverpackt-Laden in der Nähe und somit nicht die Möglichkeit seinen Einkauf verpackungsfrei durchzuführen. Vor allem in ländlichen Gegenden gibt es noch wenige Läden, die Unverpacktes anbieten. Dass diese Art einzukaufen dennoch möglich ist, zeigen wir Ihnen anhand der folgenden Tipps:

1. Wochenmarkt

Die beste und einfachste Möglichkeit ist der Wochenmarkt. Lokale Erzeuger bieten hier saisonales, frisches Obst und Gemüse an. Für den Einkauf kann man seinen eigenen Jutebeutel oder Obst- und Gemüsenetze mitnehmen. Darüber hinaus werden auch Antipasti, Süßigkeiten, Nüsse und Pasta, aber auch viele tierische Produkte angeboten, die man in eigene Behältnisse füllen lassen kann.

2. Verpackungsfreies Obst und Gemüse

 

Wer selbst keinen Wochenmarkt in der Nähe hat, findet oft in einem normalen Supermarkt verpackungsfreie Ware, die man in mitgebrachten Einkaufsnetzen, Behältnissen transportieren kann.

3. Brote/ Brötchen im eigenen Beutel

Brote und Brötchen findet man in der Bäckerei oder im Supermarkt oft lose vor. Daher kann man diese einfach mit einem Beutel verpackungsfrei einkaufen. Bitte hierbei auch auf die Papiertüte verzichten – denn Papier entzieht den Backwaren die Feuchtigkeit. Außerdem kann die Luft in den Tüten nicht gut zirkulieren, sodass Backwaren schneller schimmeln können. Lagerungsorte wie Töpfe aus Ton, unglasierte Keramik oder Brotkästen halten Backwaren länger frisch.

©Markus Spiske/Unsplash

4. Frischetheke

Unverpackte Lebensmittel wie Wurst und Käse sind in größeren Supermärkten bei Frischetheken erhältlich. Hier hat man die Möglichkeit, die eigenen Behältnisse abzugeben und ausgewählte Lebensmittel ohne weitere Verpackung zu kaufen.

5. Hofladen

Hofläden sind oft direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb angeschlossen und verkaufen vor Ort lokale Produkte, die hier auch verpackungsfrei erhältlich sind. Auf bioverzeichnis.de findet man eine Auflistung von Bio-, Hof- und Unverpackt-Läden nach Postleitzahl. Ebenfalls gibt es auf heimischehoflaeden.de  eine übersichtliche Karte mit eingetragenen Hofläden.

Februar - Nachhaltige Landwirtschaft - artgerechte Tierhaltung

Nachhaltige Landwirtschaft - artgerechte Tierhaltung

Nachhaltigkeit ist das große Ziel und unsere Herausforderung im 21. Jahrhundert. Der Begriff ist in aller Munde, nur wird nicht immer ganz deutlich, was sich genau dahinter verbirgt. Klar ist, dass eine nachhaltige Gesellschaft alle Bereiche so organisieren muss, dass sie auch in Zukunft noch tragfähig ist. Mit Blick auf die Landwirtschaft bedeutet das zunächst alle Verarbeitungsschritte auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen. Konkret bedeutet nachhaltige Landwirtschaft ein Wirtschaften im Einklang mit Menschen und Umwelt, das Ressourcen schont und das Klima schützt. Nachhaltige Landwirtschaft ist lebendige Vielfalt von Saatgut, Tierwelt und bäuerlichen Betrieben, mit der sich Menschen heute und morgen sicher und gesund ernähren können. Gut, dass auch immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aus unserer Region den Weg der konsequenten Nachhaltigkeit eingeschlagen haben und es immer mehr werden.

Aufgrund dieser großen Herausforderung haben wir für Sie in dem Zusammenhang auf den Kalenderblättern „Februar“ und „April“ die Themenbereiche artgerechte Tierhaltung und der damit korrespondierenden Debatte um das Tierwohl sowie dem verantwortungsvollen Konsum von tierischen Produkten näher beleuchtet.

Tierwohl/ Artgerechte Tierhaltung – was heißt das konkret?

Die Lebensqualität und das Wohlergehen von Nutztieren zu verbessern, das beschreibt der Begriff Tierwohl.

Eine genaue, allgemein akzeptierte Definition gibt es aber nicht. Insgesamt geht man von drei wesentlichen Punkten aus, die für das Tierwohl entscheidend sind: die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere, d. h. zum Beispiel die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen zu können. Grundlage vieler Bewertungssysteme für das Tierwohl ist das Konzept der „fünf Freiheiten“: Die Tiere sollen unter anderem frei von Hunger und Durst, von Schmerz, Verletzungen und Krankheiten sowie von Angst und Stress sein.

Gesundheit, Wohlbefinden und natürliches Verhalten

Für die Tiergesundheit ist beispielsweise das Stallklima wichtig. Der Stall muss gut belüftet und temperiert sein. Als innovatives Stallkonzept möchten wir an dieser Stelle die Offenstallhaltung kurz vorstellen: Es handelt sich hierbei um Stallungen, die ein Tierleben in sozialen Gruppen ermöglichen, mehr Bewegungsraum, frische Luft und Stroh bieten sowie zusätzlich Außenbereiche zur Verfügung stellen. Die Aufzucht vom Ferkel zum Mastschwein findet auf einem Hof statt. Weitere Eigenschaften der Offenstallhaltung sind das doppelte Platzangebot, kein Einsatz von Antibiotika und keine kupierten Schwänze. Die Schweine werden vom Landwirt persönlich zum Schlachthof begleitet, der max. 40 km im Umkreis liegt. Dieses Konzept gibt es auch für Rinder.

Als weiteres Beispiel für nachhaltiges Landwirtschaften stellen wir Ihnen die mobile Geflügelhaltung kurz vor. Mobilität ist gut für die Umwelt. Denn mobile Ställe werden immer wieder auf der Weide versetzt. Ein mobiles Huhn lebt naturnah in kleinen Gruppen und hat frisches Gras um sich, was zur Gesundheit des Huhnes beiträgt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Parasiten keinen Platzwechsel mögen. Die Idee des fahrbaren Hühnerstalls ist nicht neu. Früher brachten die Bauern ihre Hühner damit auf die Stoppelfelder zum Aufpicken der ausgefallenen Getreidekörner. Mit den vollmobilen Hühnerställen profitieren wirklich alle Beteiligten von den zahlreichen Vorteilen und den schonenden Nutzungsbedingungen.

Mehr Tierwohl bedeutet höhere Kosten

Mehr Beschäftigung, optimales Klima und stressfreie Fütterung sowie mehr Platz pro Tier – das steigert das Tierwohl, es kostet Landwirtinnen und Landwirte aber auch Zeit und Geld. Diese Investitionen in mehr Tierwohl führen zwar häufig zu sinken Kosten für Medikamente, da die Tiere sich wohler fühlen und sie leistungsfähiger und weniger krank sind – wirklich kompensieren können sie die Kosten aber nur über höhere Preise und die Vermarktung über spezielle Labels oder die Direktvermarktung.

Januar - Wasser ist unser höchstes Gut

Wasser ist kostbar.

Wir verschwenden dennoch viel davon, unser Konsum sorgt für hohen Wasserverbrauch und starke Verschmutzung. Doch worauf müssen wir achten, um weniger zu verbrauchen? Unter www.nachhaltiger-warenkorb.de informieren die regionalen Netzstellen über Nachhaltigkeitsstrategien, wie die Verbraucherinnen und Verbraucher Wasser sparen können. In unserer Region sind der Oldenburg-Ostfriesische Wasserverband Brake mit seinen 15 Wasserwerken und der Wasserversorgungsverband-Moormerland-Uplengen-Hesel-Jümme mit Sitz in Hesel-Hasselt hierfür verantwortlich.

Kann ich ohne Bedenken Wasser aus der Leitung trinken?

Wasser aus der Leitung kann auch in der aktuellen Corona-Lage bedenkenlos genossen werden. Denn Leitungswasser wird in Deutschland laufend streng kontrolliert, ist kostengünstig und jederzeit verfügbar. Wasser in Flaschen zu kaufen und zu lagern, lohnt sich aktuell nicht. Leitungswasser hingegen spart neben Kosten auch unnötige Transportwege und viel Müll.

Wie viel Wasser verbrauchen wir?

Der Wasserverbrauch pro Kopf liegt in Deutschland bei rund 120 Liter pro Tag zum Waschen, Putzen und Trinken. Hinzu kommen täglich 3900 Liter virtuelles Wasser (Stand 2017). Der Großteil davon wird für Bewässerung von Obst, Gemüse und Getreide benötigt, aber auch zur Kühlung energieintensiver Industrieanlagen.

Was verbraucht am meisten Wasser?

Vor allem der Verzehr von Fleisch und importierten Lebensmitteln, wie Südfrüchten, benötigt in den Herkunftsländern häufig große Mengen an Wasser. Das hierfür benötigte Wasser ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht sichtbar und wird daher als „virtuelles Wasser“ bezeichnet. Virtuelles Wasser setzt sich aus verbrauchtem Leitungswasser, Regenwasser und der Wassermenge zusammen, die nötig ist, um entstandene Produktionsabwässer auf ein unschädliches Maß zu verdünnen. In dem Zusammenhang werden beispielsweise allein für ein T-Shirt 2.500 Liter, für ein Stück Schweinesteak 1.200 Liter, ein Kilogramm Rindfleisch 15.400 Liter und für eine Tafel Schokolade 1.700 Liter Wasser verbraucht.  

Welche Produkte belasten den Wasserkreislauf?

Viele Pflegeprodukte, wie z. B. Peelings oder Zahnpasta, beinhalten feinste Plastikpartikel und belasten damit die Gewässer. Auch in der Modeindustrie spielt Wasser eine große Rolle. Neben dem immensen Wasserverbrauch für Textilien aus Baumwolle, ist vor allem auch Mikroplastik aus Kunstfasern ein Problem. Als Alternative zum Neukauf kann Kleidung getauscht oder Secondhand gekauft werden. Bei Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln sollte auf ökologisch abbaubare Inhaltstoffe geachtet werden.

Wie spare ich Wasser im Alltag?

Um im Alltag, nicht nur im Bezug auf Wasserverbrauch, nachhaltiger zu handeln, ist es am sinnvollsten, weniger neu zu kaufen und Gebrauchsgegenstände so lange wie möglich zu verwenden. Statt eines Vollbads lieber die Dusche wählen, Wasser nicht unnötig laufen lassen und wassersparende Düse an Wasserhähnen installieren, Regenwasser für die Gartenbewässerung auffangen – all das sind gute Maßnahmen, um den persönlichen Wasserverbrauch zu reduzieren.